Ort und Region

Teltow im Überblick

Die folgenden Zeilen informieren Sie über die wichtigsten Daten und Fakten der Stadt Teltow, skizzieren ihre geschichtliche Entwicklung und beschreiben interessante Bauwerke und Denkmäler.


Geografische Lage

Die Stadt liegt am Teltowkanal. Im Westen von Teltow liegen die Gemeinden Stahnsdorf und Kleinmachnow, im Südosten Großbeeren. Im Norden grenzt Teltow an den Berliner Bezirk Steglitz-Zehlendorf.

Einwohner

Einwohnerentwicklung

  • 2002 — 18.841
  • 2003 — 19.188
  • 2004 — 19.541
  • 2005 — 19.287
  • 2006 — 20.279

Die Bertelsmann-Stiftung sieht Teltow als Agglomerationsraum mit hohen Wachstumserwartungen. In ihrem "Wegweiser Demographischer Wandel" wird ein Anstieg der Bevölkerung zwischen 2003 und 2020 um 27,2 Prozent auf 24.400 Einwohner vorausgesagt (2010: 22.000 Einwohner, 2015: 23.500 Einwohner).

Geschichte

Frühgeschichte und Mittelalter

Wie große Teile der geologisch jungen Oberfläche der Mark Brandenburg war das Bäketal weitgehend versumpft, gleichwohl wie viele Flusstäler bevorzugter Siedlungsraum. Nachdem im Zuge der Völkerwanderungen im 4. und 5. Jahrhundert die Sueben ihre Heimat an Havel und Spree verlassen hatten, zogen im späten 7. und 8. Jahrhundert slawische Stämme in den vermutlich weitgehend siedlungsleeren Raum ein.
Die von der Spree durchflossenen Gebiete Barnim und Teltow, die der slawischen Landschaft Zpriauuani entsprechen, wurden erstmalig in einer Urkunde der Askanierfürsten aus dem Jahr 1232 erwähnt. Die Stadt Teltow wird zum ersten Mal in einer Urkunde von Markgraf Otto III. 1265 erwähnt, die der Stadt auch Innungsrechte verleiht. Teltow wird 1375 auch im Landbuch Karls IV. aufgeführt.

Neuzeit bis 1945

  • 1566: Die Pest in Teltow (später noch 1612, 1626, 1638).
  • 1618—1648: Dreißigjähriger Krieg. Teltow wird 1631, 1634, 1637 und 1640 geplündert.
  • 1652: Entvölkerung Teltows als Kriegsfolge.
  • 1723: Im "Brandenburgischen Kochbuch" werden erstmalig Rezepte für Teltower Rübchen veröffentlicht.
  • 1856: Entstehung des Gutes Seehof.
  • 1901—1906: Bau des Teltowkanals. Der Schönower und der Teltower See sowie das Bäkefließ fallen dem Bau zum Opfer.
  • 1943: Zerstörung eines großen Teils der Stadt durch Luftangriffe.

Neuzeit ab 1945

  • 1952: Auf der Grundlage der Verwaltungsreform in der DDR wird der Kreis Teltow aufgelöst und die Stadt dem Kreis Potsdam-Land im neu gebildeten Bezirk Potsdam zugeordnet.
  • 1961: Mit dem Bau der Berliner Mauer gerät Teltow in eine Randlage im Grenzgebiet der DDR zu Berlin (West).
  • 1987: Grundsteinlegung für das Wohngebiet Ruhlsdorfer Platz.

Seit 1990

  • 1990 kommt Teltow zum rekonstituierten Bundesland Brandenburg, innerhalb dessen es ab 1993 zum neu gebildeten Landkreis Potsdam-Mittelmark gehört.
  • Seit 1994 ist Ruhlsdorf ein Ortsteil von Teltow.
  • 1994 wird mit der Sanierung der historischen Teltower Altstadt begonnen.
  • Im Februar 2005 wird die Berliner S-Bahn-Linie S 25 bis zu dem neu errichteten S-Bahnhof Teltow Stadt verlängert.

Verkehr

  • Die Station Teltow Stadt ist Endhaltepunkt der Linie S 25 der Berliner S-Bahn.
  • Der Bahnhof Teltow an der Bahnstrecke Berlin — Lutherstadt Wittenberg ist Halt für Regionalexpresszüge der Deutschen Bahn AG.
  • Neben mehreren Buslinien verschiedener Verkehrsunternehmen des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg verkehrt in Teltow eine Citybuslinie.

Bauwerke, Denkmäler und Museen

Bauwerke

Die Stadtkirche St. Andreas in der Teltower Altstadt, deren Ursprünge in das 12. Jahrhundert zurückreichen, ist das Wahrzeichen der Stadt. Im Laufe der Zeit wurde die Kirche von mehreren Stadtbränden erheblich beschädigt, sodass heute nur noch das Mauerwerk aus der Zeit der Erbauung stammt. Nach dem Stadtbrand von 1801 wurden der Innenraum und der Turmaufsatz unter der Regie des berühmten Baumeisters Karl Friedrich Schinkel im klassizistischen und neugotischen Stil gestaltet. Diese Ausstattung wurde 1910 von einem Brand vernichtet. Das Kirchenschiff erhielt danach ein hölzernes Tonnengewölbe, das unter der flachen Kassettendecke eingezogen wurde.
Das am Marktplatz gelegene Rathaus der Stadt ist in einem Komplex von restaurierten Gebäuden aus dem 18. und 19. Jahrhundert sowie einem Neubau untergebracht. In der Altstadt sind mehrere Ackerbürgerhäuser aus dem 18./19. Jahrhundert erhalten, darunter das jetzt als Heimatmuseum genutzte älteste Haus der Stadt von 1711. Die Dorfkirche im Ortsteil Ruhlsdorf wurde im 13. Jahrhundert aus Feldsteinen errichtet. 1759 wurde der Westturm angebaut.

Denkmäler

Auf dem Marktplatz der Stadt steht der Stubenrauch-Brunnen, der 1908 vom Bildhauer Ferdinand Lepcke geschaffen wurde und die Inschrift "Dem Schöpfer des Teltowkanals — Landrat von Stubenrauch — 1908" trägt. Dem Werk fehlen die beiden Seitenteile, Bronzereliefs mit Frauenskulpturen, die die verbundenen Schwesterflüsse Havel und Spree symbolisieren sollten. Das Denkmal, das in der Zeit der DDR 1974 einem Denkmal für die Opfer des Faschismus weichen musste, hatte über Jahrzehnte an der Potsdamer Straße/Ecke Elbestraße gestanden und kehrte im Juli 1998 auf seinen angestammten Platz zurück. Das Denkmal für die Opfer des Faschismus wurde an anderer Stelle in der Stadt aufgestellt.
Auf dem Friedhof an der Potsdamer Straße erinnern zwei Gräberfelder an NS-Opfer: Vor dem Sowjetischen Ehrenfriedhof sind 24 Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter begraben. In einer weiteren Anlage befinden sich die Gräber der elf tschechoslowakischen Opfer, die während des Zweiten Weltkriegs Zwangsarbeit verrichten mussten und bei einem Bombenangriff 1943 starben.

Museen

Das Heimatmuseum im Hohen Steinweg, eingerichtet in dem nach dem großen Stadtbrand von 1711 erbauten ältesten Gebäude der Stadt und betreut vom Heimatverein Stadt Teltow 1990 e.V., zeigt seit 1994 ein Spektrum historischer Stadtgeschichte. Ausstellungsschwerpunkte sind die Ackerbürger und ihre Arbeitsgeräte, Werkzeuge und Maschinen verschiedener Handwerker und die Veränderung der Stadt nach dem Bau des Teltowkanals.
Das Deutsche Schweinemuseum im Ortsteil Ruhlsdorf präsentiert als einziges Museum seiner Art über das Schwein als Nutztier die historische Entwicklung der Schweinehaltung und -züchtung in Deutschland. Es befindet sich auf dem Gelände der 1918 gegründeten ersten Versuchswirtschaft für Schweinehaltung. Der Besucher erhält Einblicke in die Herkunft und Entwicklung der alten Rassen und der Kulturrassen, die Fütterung, die Haltung, die Besamung, die Leistungsprüfung, den Transport, die Schlachtung und die Verwertung des wichtigsten Fleischproduzenten. Die Gesellschaft für Agrargeschichte fördert die Erhaltung der historischen Zeugnisse bäuerlichen Wirtschaftens und hat das Museum als Deutsches Agrarkulturerbe eingestuft.

Natur und Naturdenkmäler

Die Buschwiesen, auch Hollandwiesen genannt, sind ein offener Landschaftsbereich im Süden Teltows, der als Naherholungsgebiet genutzt wird. Die Buschwiesen befinden sich in einer geologischen Senke. Mündlichen Überlieferungen zufolge existierte bis zu den 60er-Jahren ein kleiner See in dieser tiefer gelegenen Ebene. Diese offene Wasseransammlung versiegte als man in den 60er-Jahren ein größeres Graben- und Abflusssystem errichtete. Die Buschwiesen gelten als Einzugsgebiet für Regenwasser aus den umliegenden Ortsteilen. Die Wiesen mit ihren kleinen Wäldchen, besonders der "Pappelwald", bilden einen wichtigen Lebensraum für Hasen, Rebhühner, Rehe und sogar Füchse. Der Pappelwald ist ein vom Menschen angelegter Wald. Seine Gründungsgeschichte hängt mit dem Plan zusammen, die Berliner Bahntrasse von Lichterfelde-Ost bis nach Stahnsdorf zu verlängern. Zu Zeiten des Dritten Reiches errichtete man einen Bahndamm und schüttete hierzu große Mengen Sand auf. Das Schienenprojekt wurde jedoch infolge der Kriegswirren nicht vervollständigt, man pflanzte später Pappeln auf dieser unnatürlichen Erhebung der Buschwiesen an.

Kulinarisches

Kulinarische Spezialität

Das Teltower Rübchen ist eine besondere Form der Speiserübe. Sie ist benannt nach der Stadt Teltow, in deren Umland sie angebaut wird, und gehört zu den wenigen landestypischen Edelgemüsen der Mark Brandenburg. Der 1998 gegründete Förderverein für das Teltower Rübchen e.V. hat sich zum Ziel gesetzt, das seit über 300 Jahren angebaute Rübchen als kulinarische und regionale Spezialität wieder einem größeren Publikum bekannt zu machen.

Persönlichkeiten

Ehrenbürger

  • Ernst von Stubenrauch (1853—1909), preußischer Politiker

Söhne und Töchter der Stadt

  • Konrad von Heuduck (1786—1866), königlich-preußischer Generalmajor

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben

  • Peter Brock (1916—1982), Kinder- und Jugendbuchautor
  • Lyonel Feininger (1871—1956), Maler
  • Johann Christian Jeckel (1701—1737), Pfarrer in Teltow, Brandenburger Geschichtsschreiber
Quelle: www.wikipedia.de